Sung-Hyung Cho

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04.02.10

Kinotour Runde 2

 

ich habe lange keinen Blogeintrag über die Tour geschrieben. Es ist endlich mal Zeit, den Blog über die Tour fortzusetzen, damit ich mit dem Film endlich abschliessen kann.

Ich war sonst noch in Lübeck, Hamburg, Sheffield UK, Lich, Ochsenfurt, Esslingen, Bonn und Bochum. Mal volles Haus wie in Lübeck oder Hamburg, mal trostlos leer wie in Ochsenfurt und Esslingen. In Ochsenfurt war der Kinoleiter mehr enttäuscht als ich, und er versuchte mit seiner kurvenreichen Lebensgeschichte als Musiker, mich aufzumuntern. Aber seine Geschichte war so traurig, dass ich mehr Depression bekam. Nachhinein finde ich den Abend mit 7 Zuschauern doch sehr amüsant. Bei der letzten Tourstation im Programmkino "Endstation"(!) in Bochum war es dann ausverkauft. Einige mussten sich auf den Boden hinsetzen. Ein richtig volles Haus mit sehr guter Stimmung. So war es dann für mich auch ein guter Abschluss.

Es gibt sicherlich vieles, was ich während der Tour gelernt habe. Eine existenzwichtige Lektion für mich als Filmemacherin ist, dass man sich einen Dokfilm anschaut meist nur wegen des Themas. Nicht weil der Film gut gemacht oder unterhaltsam ist. Sondern wirklich ausschließlich wegen des Themas geht man hier ins Kino, um einen nicht fiktionalen Film zu gucken. Für einen fiktionalen Film spielen andere Aspekte wichtige Rolle wie Beliebtheit der Schauspieler, Unterhaltungswerte oder ästhetische Qualität des Films etc. Ich musste schließlich lernen, dass sich sehr wenige Menschen hier im Lande für Korea interessieren. Korea und Koreanerinnen wecken nämlich kein Interesse bei deutschen Zuschauern. Die koreanischen Mitbürger gehen selten ins Kino. 

Die Diskrepanz zwischen der Resonanz, wie gut der Film ankam, und der Zuschauerzahl, wie viele Zuschauer insgesamt den Film sahen, ist schockierend und zugleich lehrreich für mich. Mit dem Anspruch, mit einem unterhaltsamen Dokfilm ein breites Publikum zu erreichen, bin ich dieses Mal auf die Nase gefallen. Aber die echten Begegnungen, die ich auf der Tour erleben durfte, und eure Emails und Einsträge haben mich sehr gestärkt und glücklich gemacht. 

Vielen herzlichen Dank für Eure Interesse und Unterstützungen! Ich schliesse hiermit mit "Endstation der Sehnsüchte" ab, um mich künftig meinem dritten Heimatfilm über Ostdeutschland widmen zu können. Mal schauen, wohin die Zukunft mich führen wird.

 

 

 


Eure Kommentare:

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hyzong Kohnen

(Freitag, 05-02-10 12:18)

obwohl mein name auf meinem Passport Hee-Joung steht, schreibe oder buchstabiere ich meinen Name persönlich immer h y z o n g. Dabei denke ich jedes mal alleine ganz kurz, ob der doch besser h i z o n g genannt werden sollte. Aber jedes mal denke ich am Ende der Denkzeit. Nee, ich will mich für y entscheiden. Andererseits ist mir egal, ob man mich hier in Deutschland mit i oder mit y nennt. Hauptsache, dass jemand mich nennt..., nennen will, rufen will, meinen Name sich merken will, mich richtig kennenlernen will, nicht nur als irgendeine Asiatin, sondern als EINE ASIATIN. Mir macht es nicht aus, obwohl jemand mich als Chinesin bezeichnen würde. Was mir ganz wichtig ist, dass er mich noch mal fragt, wie ich heisse, um mich noch mal nennen zu können. Ich hatte auch 2 mal glückliche Momente, da sagte ein mal ein Mann und anderers Mal eine Frau:
Ach ja, hi-young, hi-zong, das ist ja koreanischer Name. Ich habe eine koreanische Freundin, die auch so heißt.

Freundin-, Freundin haben sie gesagt. Das ist ja sehr schön.
Sie wissen schon, was bedeutet, wenn man in Deutschland zu jemandem mein-Freund sagt.

Ich habe Ihren Film Endstation der Sensucht mit meinem Mann(Deutscher) gesehen, da eine meiner deustchen Freundinnen mir über den Film erzählt hat. Sie habe über den Film irgendwo gelesen und würde gerne sehen und gleichzeitig mir empfehlen.
Jetzt habe ich Ihren ersten Film Full Metal Village als DVD zu Hause, da andere meiner deutschen Freundinnen mir ausgeliehen hat, nachdem sie den Film selber geschaut hat und total toll findet. Maria(meine Freundin) meinte, diese Regiesseurin Cho ist so süß in ihrem Interview wie ich(?????). Ich sollte daher den Interview im Bonusmaterial unbedingt gucken. Ich wusste nicht, was sie meinte. Ich wusste bisher nicht, dass sie mich suß findet. SUß...das ist wieder ein fremdes deutsches Wort, was ich lernen muss. wann sagt man in Deutschland, dass jemand suß ist.
Daher wollte ich Sie vorher im Internet sehen, bevor wir den Film Full Metal Village gemeinsam (mein Mann hat noch keine Zeit gehabt) schauen werden.
Und ich habe Sie in dieser Webseite gesehen, einen kurzen Interview angeschaut...und ich weiss immer noch nicht...wie so Sie suß sind...
Aber irgendwie könnte ich verstehen, was Maria damit meint...

Ich habe Ihren Film Endstation der Sehnsucht im Kino gesehen, in Köln,und am Ende mit innerer Schrei das Kino verlassen. Der Film war gut, hat mir sehr gut gefallen und ich finde, der Film ist auch gut gemacht. Aber ich habe mir gedacht, ich werde nie wie diese Frauen werden. Das möchte ich nicht. ........bulabulabula.....Was ich eigebtlich hier schreiben möchte, ist, dass ich Ihnen sehr danke, dass Sie solchen Film gemacht haben.
Ich möchte Wie Sie auch denken und sagen in Ihrem Interview, nicht nach Korea zurück, wenn ich 65 Jahre alt werde, mit meinem Mann.
Ich möchte keine 2 Heimat haben sondern nur ein Land, wo ich lebe und wohne und noch mal lebe und sterbe. Ich möchte dafür jeden Tag kämpfen und fleißig sein für die Intergreation und für meine Entscheidung, dass ich einen fremden Mann geheiratet habe in diesem fremden Land, dafür möchte ich gerne Verantwortung tragen.
Ich habe gesehen, dass Sie alle Einträge in dieser Webseite auf Deutsch geschrieben haben. Auch Ich habe mich entschieden, noch mit meinem Deutsch fleißiger zu sein, nachdem ich Ihren Film gesehen habe.
Jedoch konnte ich Sie nicht duzen als Altersgenissiger und Heimatsleute. Das ist koreanisch bei mir. Ich habe ja Sie noch nicht gesehen.
Wenn Sie mal nach Köln kommen wegen der Arbeit oder so, wenn Sie Zeit und Lust haben, kommen Sie uns vorbei. Ich lade Sie sehr gerne herzlich ein. Das ist koreanisch...oder mein koreanisch..hahaha.
Bitte, nehmen Sie nicht übel, dass ich so viel und so lange geschrieben habe, ich wollte echt Ihnen Danke sagen, dass Sie mir ganz Wichtiges gesagt haben durch Ihren Film.
Sie können mein Kommentar auch löschen, nachdem Sie dies gelesen haben.
Ich wollte nur Ihnen Danke sagen. Und ich finde Ihre Filme toll. Ganz mein Geschmack, hahaha!

Mit freundlichen Grüssen,
hyzong K.

Sung-Hyung's Kommentar:

Liebe Hyzong,

vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Ich werde ihn auf keinen Fall löschen. Ganz im Gegenteil, ich werde Ihre Worte immer wieder lesen, wenn ich mal traurig oder entmutigt sein sollte. Denn sie geben mir Mut und Kraft. Und ich melde mich, wenn ich in Köln sein werde.

Alles beste und herzliche Grüße, SH

 

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