Sung-Hyung Cho

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21.10.09

Preview in Köln

 

Köln © Lutz Graefe

Heute hatte ich sehr früh morgens ein Radiointerview. Ich weiß nicht mehr, worüber wir gesprochen haben. Die letzte Frage, warum ich in meinen Filmen keine Kommentare mache, rüttelte mich ein wenig wach, denn ich finde die Frage überflüssig. 

Manche haben eine sehr strikte, ja beschränkte Vorstellung von Dokumentarfilm und was er zu leisten hat. Ich versuche, meine Filme für´s Kino zu machen. Im Kino geht es für mich mehr um Emotion als um Information. Ich wüsste daher nicht, was und zu welcher Szene ich etwas kommentieren sollte.

Abends in Filmforum Köln
Es kamen Herr You aus Köln und Herr Ahn aus Aachen, die ich vor zwei Tagen "blind" angerufen und zur Preview eingeladen habe. Sie sind die Vorsitzenden der jeweiligen Koreanischen Gemeinden. Ich dachte, es ist angebracht, Koreanische Gemeinden auf den Film aufmerksam zu machen, zumal der Film der ersten Generation der Koreaner in Deutschland gewidmet ist. Eine Koreanerin sagte mir, sie hatte mich morgens im Radio gehört und deswegen sei sie hier. Sie höre sonst kein Radio, aber heute durch Zufall ...so was! Es hat sich also doch gelohnt, so früh aufgestanden zu sein! Eine andere Koreanerin sagte sogar, dass sie, als sie die Ankündigung im Radio hörte, beschloss die 170 km nach Köln zu fahren, um mich und den Film zu sehen. Ich war sprachlos. Herzlichen Dank fürs Kommen! Und vielen Dank an WDR3!

Nach dem Film
Ein junger Mann fragte mich, warum die Touristen nicht interviewt wurden und warum ihre Sicht über das Deutsche Dorf nicht dargestellt wurde? Diese Frage kam mir sehr bekannt vor, weil ich schon eine Diskussion mit einem meiner Kameramänner darüber führen musste. Meine Antwort damals und jetzt lautet, das ist allzu sehr Fernsehen, wie eine Reportage über "Das deutsche Dorf". Ich mache keine Berichterstattung. Mich interessieren mehr meine Protagonisten und ihre Schicksale als irgendwelche Touristen, die da kurz verweilen. Sie können ruhig vor laufender Kamera durch den Vorgarten trampeln. Aber ich muss sie nicht interviewen. Das überlasse ich dem Fernsehen. Ich bleibe bei meinen Protagonisten. Bei Full Metal Village kamen ähnliche Fragen, warum z.B. Heavy Meal Fans nicht interviewt wurden. Na ja. Dieser junge Mann mit der Touristen-Frage stellte sich mir nachher als Kameramann vor...

Es  gab noch viele andere interessante Fragen wie: warum kommen die Kinder nicht vor? Warum lernen deutsche Männer nicht koreanisch? Warum integrieren deutsche Männer sich nicht? Ob die Frauen sich in ihrer alten Heimat wohl fühlen? Sind sie glücklich? Sind sie endlich zuhause angekommen? Und natürlich die Standardfrage: "Wie kamen Sie auf die Idee zum Film?"

Meine Landsleute waren sehr gerührt und stolz auf den Film. Das ist immer das schönste für mich: zu sehen, wie einige gerührt den Kinosaal verlassen.

morgens: ein Radiointerview mit Mosaik WDR3
abends: ein Interview mit bunch.tv.

 


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